Das Jahr 1823…..

war für die Langeler ein Jahr wie jedes andere. Wichtige geschichtliche Ereignisse, so die Völkerschlacht bei Leipzig, die Abdankung und die Verbannung Napoleons, der Wiener Kongress, gehörten schon seit einem Jahrzehnt der Vergangenheit an. So nahm auch kaum jemand in Langel Notiz davon dass 1823 die Preußische Landaufnahme die ersten brauchbaren Kartenunterlagen des Dorfes lieferte.

Doch es gab 1823 noch ein anderes Ereignis im Dorf: Bertram Keil, Hufschmied und Ackerer, gliederte seiner Hufschmiede an der heutigen Lülsdorferstr.167 (früher Hauptstr.108) eine Kneipe an. Das war vor 186 Jahren.
Bertram Keil ( gestorben 24.01.1921)  war verheiratet mit Katharina Keil geb. Bebber( gestorben 04.06.1918)  und  hatten 2 Kinder Jakob geboren 1881 / gestorben 31.05.1939 und Maria Katharina geboren 1888
Dann gab es noch Heinrich Keil geboren 25.04.1888.gestorben 09.09.1948.Dieser war verheiratet seit dem 08.06.1920 mit der oben genannten Maria Katharina Keil.Dieser hatten 3 Kinder Anna Keil geboren 16.06.1921 gestorben 28.04.1946 an einer ansteckenden Krankheit / Maria Keil geboren 16.06.1921 und Paul Keil geboren 03.05.1924
Jakob Keil vermachte in seinem Testament von 1937 seinen Grundbesitz  an die Kinder, seiner Schwester Katharina Keil - und seine Schwester bekam 3500 Reichsmark.

Das die Geburtsstunde im Jahr 1823 schlug, ist aus vielen Unterlagen und der lückenlosen Familienfolge der Keils ersichtlich.In jenem Fall war es aber Bertram Keil, der meinte , wenn schon die Bauern in meiner Schmiede die Pferde beschlagen lassen, dann sollen sie auch was zu trinken haben und kurz entschlossen gliederte er seiner Ackrei und Hufschmiede auch noch die Kneipe an.

Viel ist aus den Jahren der Gaststättengründung nicht festgehalten worden,obwohl es Akten und Urkunden reichlich aus den Jahren um 1840 gibt. Sie beziehen sich aber hauptsächlich auf Kauf - und Leihgeschäfte der Keils und ein Hausstandsverzeichnis von Heinrich Keil. Aber gerade diese alten Unterlagen werfen ein Licht auf das damalige Leben in Langel, auf die Geschäftigkeit der Einwohner- es waren zumeist Landwirte- ebenso wie auf die Genauigkeit, möglichst viel zu Papier zu bringen.

Da lässt beispielsweise Heinrich Keil ( Vater von Bertram Keil) schriftlich niederlegen, dass er sich beim Marschall von Bieberstein in Köln 300 Taler geliehen hat und er verpflichtet sich, die selbige in " harter, klingender Münze" wieder zurückzugeben.

Dann gibt es ein Hausstandsverzeichnis, ja man könnte bald sagen , ein Testament von Heinrich Keil- in dem jeder Gegenstand - auch die persönliche Habe - festgehalten ist. Aber nicht nur festgehalten hat Heinrich Keil diese Gegenstände, sondern vor seinem Tod hat er bereits darüber verfügt. Dies trifft besonders auf seine Bekleidung zu.Heinrich Keil muss schon, will man dem Verzeichnis glauben, ein wohlhabender Mann gewesen sein.Denn immerhin besaß er 30 Hemden, 3 wollende Röcke,1 wollende Hose, 1 Rock und eine Hose für den Sommer, 2 seiden Westen und 2 seidene Halstücher. " Die Bekleidung" so verfügt Heinrich Keil , " ist solange aufzubewahren und soll der Bekleidung von Sohn Bertram Keil nach erlangtem Alter dienen.

Es lässt sich vermuten das der Gaststättenbetrieb, gut eingeschlagen hat, den eben unter Heinrich Keil verschwand die Hufschmiede.Dies lässt sich aus einer Urkunde  schließen, in der Heinrich Keil lediglich noch als Wirt und Ackerer bezeichnet wird.

Geschäftssinn hatten die Keils schon in jedem die vergangenen Jahrzehnte, auch die machen wieder vergilbte Unterlagen deutlich. Bertram Keil wollte zur Sommerzeit sein Geschäft ausweiten und hatte sich deshalb mit der Bitte an die Königliche Wasserbau Inspektion gewandt, ihm die Genehmigung zu erteilen, am Rheinufer ein Grasstück zu überlassen, um dort ein Zelt aufzustellen, um die vielen Spaziergänger, die sich an dem schönen Rheinufer erfreuten,mit Speis und Trank zu versorgen.Bertram Keil erklärte sich bereit, den Pächter des Grases auch großzügig zu entschädigen.

Wie gesagt, außer einigen alten Urkunden deutet nur wenig auf die alte Schmiede hin.Lediglich einige alte Eichenbalken in der jetzigen Gaststube - sie sind zwar verkleidet worden- aber haben den Zeitläufen standgehalten. Aber in der Gaststätte lebt die alte Schmiede weiter.

Bei den Renovierungsarbeiten 2009 hat man aber jetzt noch mehr ans Tagslicht gebracht -  z.B. fand man in der heutigen Küche , nachdem man den alten Estrich herausgerissen hatte , die Fundamente des alten Schmiedefeuers sowie alte Kohlereste und Metallteile. Im Durchgang von der Küche zur Gasstätte wurde ein alter Türrahmen aus Eichenbalken freigelegt, sowie ein altes Gemäuer das noch mit Lehm und Stroh gemauert und verfugt ist.Der alte Teil der Gasstätte - das sind die Räume zur Straße - Gaststätte ,kleiner Saal und Küche, sind komplett bis unters Dach in Fachwerk hergestellt, Wände und Decken aus Stroh und Lehm. Die neuen Besitzer wollen- alles, so weit es möglich ist, erhalten und den Charakter der alten Gaststätte wieder herstellen.

Als Gaststätte hat die " Alte Schmiede" immer eine Rolle gespielt.Es war seit ihrem Bestehen eine Stätte der Begegnung für die Bürger und vor allem für die Vereine von Langel.Der Kirchenchor tagt seit  mehr als ein Menschenalter in den Räumen, in denen vor 55 Jahren auch die Geburtsstunde der Karnevalsgesellschaft " Rut-Wieß " Langel ( heutige KG Rut-Wiess Löstige Langeler) schlug.

Seit 1948 führte die Gaststätte, die Ehefrau von Heinrich Keil - Katharina Keil ( Tochter von Bertram Keil) weiter.

 

Von 1954 liegt ein Bauantrag vor in dem Paul Keil eine Scheune zum Kuhstall umbauen wollte.

1956 wurde der Tanzsaal ( der über der Gaststätte lag) vom Amt überprüft und es wurden einige Mängel festgestellt, so dass seit dem 20.12.1956 keine öffentlichen Veranstaltungen dort stattfinden durften.

Nach ihrem Tod ging das Erbe an die beiden Kinder Paul Keil.( Paul wurde der gesamten Grundbesitz 1959 überschrieben und musste sich verpflichten seine Mutter zeitlebens in seinem Haushalt zu versorgen und zu pflegen , seine Schwester bekam 2 Jahre nach ihrem Tod 20.000 DM von Paul ausgezahlt.Paul Keil führte die Gaststätte, neben seinem Beruf als Landwirt, weiter. Bevor er dies aber konnte musste er erst einmal die Konzession für die Gastwirtschaft erlangen - die bis zu dem Zeitpunkt seine Mutter  hatte - und wie das nun mal so ist - hatten die Ämter jede Menge Auflagen zum Umbau der Gaststätte gefordert. Und so fand in ab dem Jahr 1969 eine große Renovierung und Umbau Aktion statt. In einem Bauplan von 1970 ist zu sehen dass auch zu dieser Zeit der große Saal gebaut worden ist , der vorher ein Kuhstall war und Toiletten eingerichtet  Was aber alles genau gemacht worden ist, ist leider nicht bekannt.

Am 30.04.2000 verstarb Paul Keil ( nicht verheiratet und keine Kinder)

Die Erben führten die Gaststätte bis 2005/06 weiter, 2007 wurde aber dann eine Zwangsversteigerung angeordnet. Die Zwangsversteigerung fand am 21.11.2008 statt.

Der Grundbesitz der heutigen Lülsdorferstr.167 wurde von den Eheleuten Doufrain erworben.

Im September 2009 wurde die Gaststätte „ Zur Alten Schmiede“ nach aufwendigen Renovierarbeiten innerhalb der Grundmauern,

unter der Leitung von Martina Doufrain wieder eröffnet.

Wo vor 200 Jahren noch das Eisen am Schmiedefeuer geglüht hat und am Ambos geschmiedet wurde, lädt die Familie Doufrain, Sie jetzt  in ein Kleinod der Geschichte & Gastlichkeit, zum verweilen ein. Nicht selten werden hier Erinnerungen an längst vergangene Zeiten wach und nostalgische Träumereien sind immer gegenwärtig.


Mit anfänglichen Schwierigkeiten und  " Lehrgeld" was wir zahlen mussten, wurden die "Alte Schmiede" trotzdem immer weiter in historischem Vorbild  ausgebaut und verschönert.  Heute können wir sagen es hat sich gelohnt für die "Alte Schmiede" zu kämpfen und für unsere Gäste zu investieren, denn der Kundenstamm von nah und fern wächst stetig an und heute können wir Ihnen einen einzigartigen Rahmen und eine gute Küche anbieten.

Unser gesamtes Team, das in den Jahren zusammen gewachsen ist, hat Spaß und Freude daran, unsere Gäste zu bewirten und dankt es mit einem hervorragenden Service.

Die Chefin selbst steht in der Küche am Herd und verwöhnt Ihren Gaumen mit verschiedensten Gerichten.

Darüber hinaus liebt Sie Antiquitäten und historische Gegenstände mit Geschichte und sammelt alles, was in der Schmiede auf besonders sympatische Art den Eindruck erweckt, die Zeit wär stehen geblieben.

Rufen Sie uns einfach an:

 

+49 2203 9589177

Außerhalb unserer Öffnungszeiten

0157-39471524

Oder benutzen Sie unser Kontaktformular.

 

Anschrift

Gaststätte

Zur Alten Schmiede
Lülsdorfer Str. 167
51143 Köln

 

 

Donnerstag-Samstag  ab 17 Uhr

Küche bis 21 Uhr 

Sonn.-& Feiertag    ab 11.00 Uhr

Küche von 11.30 - 14.30 Uhr und von 17.30 - 21 Uhr 

 

Montag - Mittwoch Geschlossen

 

Aktuelles

Nachrichten aus Köln

RSS-Feeds werden geladen...
Druckversion Druckversion | Sitemap Diese Seite weiterempfehlen Diese Seite weiterempfehlen
© Gaststätte Zur Alten Schmiede
Martina Doufrain
Erstellt mit 1&1 MyWebsite.